SEO-Beratung – Von schwarzen Schafen und Könnern

Es ist wohl kein echtes Geheimnis, dass im SEO-Umfeld zahlreiche schwarze Schafe zu finden sind. Nicht überall, wo SEO drauf steht, ist auch wirklich SEO drin. Auch wenn man in einigen Details unterschiedlicher Auffassung sein kann – bei engerer Zusammenarbeit oder Sichtung von Unterlagen wird schnell deutlich, ob man es wirklich mit einem Profi zu tun hat oder nicht.

Doch wie erkennt man die Mogelpackung im SEO-Consulting oder der SEO-Beratung eigentlich, wenn man selbst kein Profi ist, der das beurteilen kann? Einfach ist es nicht. Aber im Laufe der Jahre haben sich ganz bestimmte Vorgehensweisen etabliert, die auf unseriöse Anbieter schließen lassen. Eine kleine Typisierung hilft:

Der Hobbyist

Der Hobby-SEO ist ein ganz eigentümlicher Vertreter. Er liebt Sätze wie ‘Ich mach auch SEO’ oder ‘Mit SEO kenn ich mich auch aus’. Das Ganze wird gerne auch begleitet von Nebensätzen wie ‘So schwierig ist das doch nicht.’ Meist ist er eigentlich mit anderen Aufgaben wie SEA (Anzeigenschaltung auf Google) oder dem Webdesign beschäftigt, und wendet ganz erstaunlicherweise maximal 10% seiner Zeit für SEO auf.

An Weisheiten und Halbwahrheiten spart er in der Regel nicht. Er verteilt sie großzügig, egal ob man sie hören will oder nicht. Eigentlich hat er auf Alles sofort eine Antwort; oft auch ohne das Problem oder Thema auch nur einmal aus der Nähe betrachtet zu haben. Merke: Es gibt keine Patentlösung für einen gelungenen Webauftritt. Wer in Meetings stets schlau daher redet und selbst beim Absturz einer Seite ohne vorherige Analyse sofort aus der Hüfte schießt, sollte mit Vorsicht genossen werden.

Der SEO-Lefty

Erinnert Ihr Euch an den Schlemihl aus der Sesamstraße? In der englischen Sprache heißt er Lefty, das passt gleich viel besser zum Sprachgebrauch im SEO-Umfeld. Und Lefty hat ebenfalls nutzlose Dinge für Euch im Mantel: Links. Je schmutziger, desto besser. Meist aus selbst gebastelten Seiten, die niemals ein echter Seitenbesucher zu Gesicht bekommt.


Der geheimnisvolle Link, den selbstredend nur er im Angebot hat, preist er geheimnistuerisch wie ein Drogendealer als Antwort auf alle Fragen an. Wir haben ein Problem? Hey … pssssst …. ich hab hier eine Flasche mit heißer Luft … die brauchst Du unbedingt. Wer will greift zu. Wirkt auch fast genauso wie Drogen, erst high und dann low. Wenn das Hoch gut genug war, könnt Ihr Lefty wieder antexten, er hat sicher Nachschub für Euch. Dass es kein weiteres High geben wird, ist ihm egal, solange er nur heiße Luft mit barer Münze austauschen kann.

Der Nebelbombenwerfer

Mit Nebelbomben in allen Farben und unterschiedlicher Rauchdichte im Gepäck reist der Vernebler oft eine ganze Weile recht gut. Seine Kollegen oder Kunden leiden derweil gesammelt an ganz erstaunlichen Wahrnehmungsstörungen. Sie wissen selbst nach wenigen Sätzen und in ganz einfachen Fällen nicht, was ihr Gesprächspartner zum Ausdruck bringen wollte. Sein Publikum ist selbstverständlich einfach zu unwissend, um seine Genialität zu verstehen … das dürfte wohl klar sein.

Der Toolfetischist

Eine spezifische Unterart des Nebelbombenwerfers findet sich im Toolfetischisten.  Gerne verbringt er seine Zeit damit, bunte Bilder und Analysedaten aus den unterschiedlichsten Tools in rasender Geschwindigkeit zu durchforsten und diese vorzugsweise ohne sinnvolle Erklärung in Mails oder Ticketsysteme zu verpacken. Das Problem wird dabei meist nicht erklärt; vielmehr findet sich eine nicht nachvollziehbare Problembeschreibung, die mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Auf der betreffenden Seite oder bei Entwicklern und Redakteuren macht er sich unterdessen meist verdächtig rar.

Als SEOs sind wir eigentlich gefordert, mögliche Lösungswege aufzuzeigen. Das tangiert unseren Freund hier aber eben nur am Rande. Vorsicht ist allemal geboten, denn wer nach Lösungen fragt, wird meist mit noch mehr Verwirrung belohnt.

SEO-Romeo

Wir kommen nun zu den schwärzesten Schafen der Branche. Der Mund – und natürlich auch die Website – sind hier voll süsslicher Versprechen: Wir bringen Dich auf Platz 1, garantiert. Und wenn das nicht so richtig läuft, verspricht er umgehend noch mehr Bemühungen im Kampf um die heiß ersehnte Top 3 Platzierung. Auf Fragen wie “welche nachweisbaren Erfolge gab es denn?” kommen in der Regel Anworten wie “Aber Herr Müller-Lüdenscheid … DARÜBER müssen wir jetzt doch wirklich nicht diskutieren. Sie haben doch eine wundervolle Seite, damit muss man einfach Rankings erzielen.”

Unentwegt säuselt er dem Kunden “Oh SEO mio …” ins Ohr und lenkt damit gekonnt vom eigentlichen Thema ab. Über fachliche Dinge spricht er übrigens nicht wirklich gerne. Als ob es eine zertifizierte SEO-Zusammenarbeit mit Google gäbe, zeigt SEO-Romeo auch gerne diverse Logos vor, die für andere Dinge vergeben wurden.

Das schwärzeste aller Schafe

Das schwärzeste aller Schafe in der SEO-Beratung braucht nicht viele Worte. Wenn sich die Typisierungen durchmischen und am Ende kaum noch oder gar keine ernsthafte Arbeit an einem tauglichen Webauftritt bleibt, wird es wirklich SEHR ernst.

seo-schwarze-schafe

Zum Glück sind nicht Alle so

Wenn jetzt der Eindruck entstanden ist, dass die SEO-Welt aus lauter dunklen Gestalten besteht, kann ich Euch beruhigen. Es gibt ganz großartige SEOs, die einen tollen Job machen und genau wissen, wovon sie reden. Lernt zuzuhören. Wer Euch ‘spanisch’ vorkommt, etwa weil die Person einer Antwort ausweicht, Euch mit angeblichen Zertifikaten und unhaltbaren Versprechungen locken will oder wer widersprüchliche Informationen heraus gibt, sollte mit Vorsicht genossen werden. Es gibt keine Garantie für den Erfolg und der Kauf von Links ist schon lange keine Option für eine seriöse Vorgehensweise mehr.

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