Und sonst so rund um SEO

Coworking und Startups am südlichsten Zipfel Europas

Nerds gibt es überall auf der Welt und es ist kein großes Geheimnis, dass ich oft auf Sardinien bin. Im Gegensatz zu den meisten Touristen bevorzuge ich dabei den Süden der Insel. Wer nun glaubt, dass Sardinien klein wäre, der täuscht sich: Etwas größer als das Bundesland Hessen kann die Insel sogar mit einer Großstadt aufwarten. Cagliari liegt ganz unten im Süden und mitsamt den angrenzenden Orten umfasst sie etwa 650.000 Einwohner.

Ich bin also auf der Insel auf die Suche gegangen und habe sie gefunden: Eine Insel auf der Insel … eine kleine Welt, die im Grunde genommen nicht im Geringsten von den coolen Co-Working Spaces in Berlin oder von Startups anderswo abweicht. Digitaler Lifestyle ist universell und dass lässt sich hier – gute 1.500 bis 2.000 km weiter südlich – sehr gut nachvollziehen.

Geht mit mir auf die Reise und werft einen Blick auf die faszinierende Inselwelt.

Tiscali und OpenCampus- Nerdzentrum in Cagliari

Tiscali ist einer der größten Telekommunikationsanbiter in Italien. Das Unternehmen – eine Art Mischung aus T-Online und 1&1 – ist erfolgreich seit 1998 tätig. Wie viele in vielen vergleichbaren Unternehmen setzt man auch hier auf die Entwicklung neuer Geschäftsideen im digitalen Umfeld. Den entsprechenden Rahmen dafür schafft der :OpenCampus, der zugleich Coworking Space und auch Dreh- und Angelpunkt der Online-Szene Sardiniens ist.

Die Räumlichkeiten des :OpenCampus sind im Gebäudekomplex von Tiscali zu finden. Hier wird neben der Infrastruktur mit Arbeitsplatz, Küche, Konferenzräumen und selbstverständlich einem schnellen Internetzugang vor allem auch ein umfassendes Programm mit regelmässigen Sessions (kostenlos) für die Mieter und interessierte Zuhörer geboten. Daneben können die hier ansässigen Freelancer und Startups auch auf einige andere Services wie etwa eine grobe Beratung in Sachen Steuern/Finanzierung und rechtliche Angelegenheiten zurück greifen.

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Ein Blick in die heiligen Hallen

Schon beim allerersten Blick auf das Gebäude und in den Eingangsbereich fällt auf: Man ist cool und legt Wert auf Lifestyle. Hinter dem typischen Berliner Entrepreneur und Onliner müssen sich die Sarden hier nicht verstecken – ganz im Gegenteil.

Das Gebäude ist ein Muster an zeitgemäßer Architektur, die Bögen, Gänge und das ganze Konzept lässt sofort die Hand eines Künstlers erahnen und dieser Eindruck verstärkt sich immer weiter. Vom lieblosen Betonklotz mancher Büroetagen in Deutschland ist das hier weit entfernt.

Allzu viele Leute wie ich scheinen sich dennoch nicht hierher zu verirren, ich werde durchaus neugierig gemustert. Aber: Man ist sehr nett, es fühlt sich keinen Moment unangenehm an. Die Räume des Opencampus wirken einladend, hier wird konzentriert gearbeitet, einzelne Freelancer und ganze Teams arbeiten an allem, was die digitale Welt nun einmal so hergibt. Im Programm des OpenCampus habe ich außerdem gesehen, dass die dort angebotenen Sessions auch SEO umfassen – und das auf dem allerneuesten Stand der Dinge. Außerdem spricht man hier auch Englisch; das ist in Italien schließlich keineswegs selbstverständlich.

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Startup im OpenCampus: Guide me right

Ich treffe bei meinem Rundgang auch auf die Gründer Luca Sini und Andrea Zanda der Plattform Guide me right und unterhalte mich ein wenig mit ihnen. Die Gründungsidee: Wer nach Italien kommt, sucht unterschiedlichste Zerstreuung, ob Wanderung, Klettertour, Kochkurs oder wonach das Herz auch immer steht. Ganz nach dem Prinzip andere Plattformen setzen die Gründer dabei auf private Initiative: Jeder kann hier sein Angebot einstellen. Interessierte Reisende können sich verabreden und so die Welt aus der Perspektive der Landesbewohner kennen Lernen.

Mir persönlich gefällt die Idee: Abschied vom touristischen Einheitsbrei. Vor Ort arbeiten sie mit einem ganzen Team. Auch mit SEO kennen sie sich aus, Tools wie SEMrush oder Site Analyzer und die gesamten Google Tools sind ihnen vertraut. Mit anderen Worten: Eigentlich ist hier alles fast wie bei uns. Bis auf die Umgebung eben. Arbeiten an einem der schönsten Orte in Europa ist letztlich doch etwas Besonderes.

Coworking an einem der schönsten Orte Europas

Wer will kann sich hier jederzeit einmieten. Ab einem Monat ist das möglich, die Preise sind moderat. Der Standort außerhalb Cagliaris erfordert meines Erachtens ein Auto – aber ohne Fahrzeug ist man auf Sardinien ohnehin schlecht bedient. Die Umgebung zu erkunden; das sollte man sich dabei nämlich auf keinen Fall entgehen lassen. Immerhin liegen in der näheren Umgebung einige der schönsten Strände Europas.

Aber auch Gebirgszüge für Hiking- oder Kletterfans, attraktive Surfspots, erstaunliche ehemalige Bergwerkswelten, schroffe Klippen oder eben die lebendige Hauptstadt Cagliari mit eigenen kilometerlangem Strand (im Bild oben) sind einfach attraktiv. Der Flughafen ist darüber hinaus auch nicht weit entfernt vom Standort. Ich überlege ernsthaft, mein eigenes Betätigungsfeld – SEO-Beratung und SEO-Consulting – einfach für eine Weile hierher zu verlegen.

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Um den Vorurteilen gleich entgegen zu wirken: Neben Annehmlichkeiten wie fließendem Wasser, Elektrizität einem sehr gut ausgebauten Mobilnetz, Einkaufszentren und Straßen gibt es hier auf der Insel fast Alles, was wir auch von zu Hause kennen.

Im Gegensatz zum italienischen Festland schätze ich hier aber vor allem Eines: Authentizität. Gerade der Süden der Insel ist “echt” und weit entfernt von den Hotelburgen des italienischen Festlandes oder der Mittelmeerküste Frankreichs. Nur in den Sommermonaten wird es voll – alle anderen Monate sind entspannt, man findet leicht einen Strand, an dem man fast alleine ist und auf einer Wandertour in den Bergen begegnet einem ohnehin so gut wie niemand. Von der guten Küche hier will ich Euch gar nicht erst vorschwärmen. Es kostet also etwas Disziplin, hier auch zu arbeiten. Wer es aber wagt, findet gute Voraussetzungen, ein Netzwerk unterschiedlichster Leute im Rahmen des Coworking und eine herrliche Umgebung. Ob Ihr nun SEO, Programmierer, Blogger, Webdesigner oder anderweitig in digitalen Welten unterwegs seid. Kontakt könnt Ihr über Facebook oder per E-Mail aufnehmen.

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Fragen? Kommentiert diese gerne, ich kenne Sardinien gut und kann in den allermeisten Fällen Auskunft geben – Ihr könnt Euch auch auf meiner Seite Sardinien Inside umschauen – dort gibts es mehr Infos rund um Cagliari, die Gegend rund um Cagliari und Sardinien im Allgemeinen. Fragen rund um Tiscali oder den OpenCampus kann ich gerne weitergeben – ich tue mein Bestes, um Eure Fragen dazu zu beantworten.

SEO-Beratung – Von schwarzen Schafen und Könnern

Es ist wohl kein echtes Geheimnis, dass im SEO-Umfeld zahlreiche schwarze Schafe zu finden sind. Nicht überall, wo SEO drauf steht, ist auch wirklich SEO drin. Auch wenn man in einigen Details unterschiedlicher Auffassung sein kann – bei engerer Zusammenarbeit oder Sichtung von Unterlagen wird schnell deutlich, ob man es wirklich mit einem Profi zu tun hat oder nicht.

Doch wie erkennt man die Mogelpackung im SEO-Consulting oder der SEO-Beratung eigentlich, wenn man selbst kein Profi ist, der das beurteilen kann? Einfach ist es nicht. Aber im Laufe der Jahre haben sich ganz bestimmte Vorgehensweisen etabliert, die auf unseriöse Anbieter schließen lassen. Eine kleine Typisierung hilft:

Der Hobbyist

Der Hobby-SEO ist ein ganz eigentümlicher Vertreter. Er liebt Sätze wie ‘Ich mach auch SEO’ oder ‘Mit SEO kenn ich mich auch aus’. Das Ganze wird gerne auch begleitet von Nebensätzen wie ‘So schwierig ist das doch nicht.’ Meist ist er eigentlich mit anderen Aufgaben wie SEA (Anzeigenschaltung auf Google) oder dem Webdesign beschäftigt, und wendet ganz erstaunlicherweise maximal 10% seiner Zeit für SEO auf.

An Weisheiten und Halbwahrheiten spart er in der Regel nicht. Er verteilt sie großzügig, egal ob man sie hören will oder nicht. Eigentlich hat er auf Alles sofort eine Antwort; oft auch ohne das Problem oder Thema auch nur einmal aus der Nähe betrachtet zu haben. Merke: Es gibt keine Patentlösung für einen gelungenen Webauftritt. Wer in Meetings stets schlau daher redet und selbst beim Absturz einer Seite ohne vorherige Analyse sofort aus der Hüfte schießt, sollte mit Vorsicht genossen werden.

Der SEO-Lefty

Erinnert Ihr Euch an den Schlemihl aus der Sesamstraße? In der englischen Sprache heißt er Lefty, das passt gleich viel besser zum Sprachgebrauch im SEO-Umfeld. Und Lefty hat ebenfalls nutzlose Dinge für Euch im Mantel: Links. Je schmutziger, desto besser. Meist aus selbst gebastelten Seiten, die niemals ein echter Seitenbesucher zu Gesicht bekommt.


Der geheimnisvolle Link, den selbstredend nur er im Angebot hat, preist er geheimnistuerisch wie ein Drogendealer als Antwort auf alle Fragen an. Wir haben ein Problem? Hey … pssssst …. ich hab hier eine Flasche mit heißer Luft … die brauchst Du unbedingt. Wer will greift zu. Wirkt auch fast genauso wie Drogen, erst high und dann low. Wenn das Hoch gut genug war, könnt Ihr Lefty wieder antexten, er hat sicher Nachschub für Euch. Dass es kein weiteres High geben wird, ist ihm egal, solange er nur heiße Luft mit barer Münze austauschen kann.

Der Nebelbombenwerfer

Mit Nebelbomben in allen Farben und unterschiedlicher Rauchdichte im Gepäck reist der Vernebler oft eine ganze Weile recht gut. Seine Kollegen oder Kunden leiden derweil gesammelt an ganz erstaunlichen Wahrnehmungsstörungen. Sie wissen selbst nach wenigen Sätzen und in ganz einfachen Fällen nicht, was ihr Gesprächspartner zum Ausdruck bringen wollte. Sein Publikum ist selbstverständlich einfach zu unwissend, um seine Genialität zu verstehen … das dürfte wohl klar sein.

Der Toolfetischist

Eine spezifische Unterart des Nebelbombenwerfers findet sich im Toolfetischisten.  Gerne verbringt er seine Zeit damit, bunte Bilder und Analysedaten aus den unterschiedlichsten Tools in rasender Geschwindigkeit zu durchforsten und diese vorzugsweise ohne sinnvolle Erklärung in Mails oder Ticketsysteme zu verpacken. Das Problem wird dabei meist nicht erklärt; vielmehr findet sich eine nicht nachvollziehbare Problembeschreibung, die mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Auf der betreffenden Seite oder bei Entwicklern und Redakteuren macht er sich unterdessen meist verdächtig rar.

Als SEOs sind wir eigentlich gefordert, mögliche Lösungswege aufzuzeigen. Das tangiert unseren Freund hier aber eben nur am Rande. Vorsicht ist allemal geboten, denn wer nach Lösungen fragt, wird meist mit noch mehr Verwirrung belohnt.

SEO-Romeo

Wir kommen nun zu den schwärzesten Schafen der Branche. Der Mund – und natürlich auch die Website – sind hier voll süsslicher Versprechen: Wir bringen Dich auf Platz 1, garantiert. Und wenn das nicht so richtig läuft, verspricht er umgehend noch mehr Bemühungen im Kampf um die heiß ersehnte Top 3 Platzierung. Auf Fragen wie “welche nachweisbaren Erfolge gab es denn?” kommen in der Regel Anworten wie “Aber Herr Müller-Lüdenscheid … DARÜBER müssen wir jetzt doch wirklich nicht diskutieren. Sie haben doch eine wundervolle Seite, damit muss man einfach Rankings erzielen.”

Unentwegt säuselt er dem Kunden “Oh SEO mio …” ins Ohr und lenkt damit gekonnt vom eigentlichen Thema ab. Über fachliche Dinge spricht er übrigens nicht wirklich gerne. Als ob es eine zertifizierte SEO-Zusammenarbeit mit Google gäbe, zeigt SEO-Romeo auch gerne diverse Logos vor, die für andere Dinge vergeben wurden.

Das schwärzeste aller Schafe

Das schwärzeste aller Schafe in der SEO-Beratung braucht nicht viele Worte. Wenn sich die Typisierungen durchmischen und am Ende kaum noch oder gar keine ernsthafte Arbeit an einem tauglichen Webauftritt bleibt, wird es wirklich SEHR ernst.

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Zum Glück sind nicht Alle so

Wenn jetzt der Eindruck entstanden ist, dass die SEO-Welt aus lauter dunklen Gestalten besteht, kann ich Euch beruhigen. Es gibt ganz großartige SEOs, die einen tollen Job machen und genau wissen, wovon sie reden. Lernt zuzuhören. Wer Euch ‘spanisch’ vorkommt, etwa weil die Person einer Antwort ausweicht, Euch mit angeblichen Zertifikaten und unhaltbaren Versprechungen locken will oder wer widersprüchliche Informationen heraus gibt, sollte mit Vorsicht genossen werden. Es gibt keine Garantie für den Erfolg und der Kauf von Links ist schon lange keine Option für eine seriöse Vorgehensweise mehr.

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