Alle Artikel von Andrea Claudia Delp

Coworking und Startups am südlichsten Zipfel Europas

Nerds gibt es überall auf der Welt und es ist kein großes Geheimnis, dass ich oft auf Sardinien bin. Im Gegensatz zu den meisten Touristen bevorzuge ich dabei den Süden der Insel. Wer nun glaubt, dass Sardinien klein wäre, der täuscht sich: Etwas größer als das Bundesland Hessen kann die Insel sogar mit einer Großstadt aufwarten. Cagliari liegt ganz unten im Süden und mitsamt den angrenzenden Orten umfasst sie etwa 650.000 Einwohner.

Ich bin also auf der Insel auf die Suche gegangen und habe sie gefunden: Eine Insel auf der Insel … eine kleine Welt, die im Grunde genommen nicht im Geringsten von den coolen Co-Working Spaces in Berlin oder von Startups anderswo abweicht. Digitaler Lifestyle ist universell und dass lässt sich hier – gute 1.500 bis 2.000 km weiter südlich – sehr gut nachvollziehen.

Geht mit mir auf die Reise und werft einen Blick auf die faszinierende Inselwelt.

Tiscali und OpenCampus- Nerdzentrum in Cagliari

Tiscali ist einer der größten Telekommunikationsanbiter in Italien. Das Unternehmen – eine Art Mischung aus T-Online und 1&1 – ist erfolgreich seit 1998 tätig. Wie viele in vielen vergleichbaren Unternehmen setzt man auch hier auf die Entwicklung neuer Geschäftsideen im digitalen Umfeld. Den entsprechenden Rahmen dafür schafft der :OpenCampus, der zugleich Coworking Space und auch Dreh- und Angelpunkt der Online-Szene Sardiniens ist.

Die Räumlichkeiten des :OpenCampus sind im Gebäudekomplex von Tiscali zu finden. Hier wird neben der Infrastruktur mit Arbeitsplatz, Küche, Konferenzräumen und selbstverständlich einem schnellen Internetzugang vor allem auch ein umfassendes Programm mit regelmässigen Sessions (kostenlos) für die Mieter und interessierte Zuhörer geboten. Daneben können die hier ansässigen Freelancer und Startups auch auf einige andere Services wie etwa eine grobe Beratung in Sachen Steuern/Finanzierung und rechtliche Angelegenheiten zurück greifen.

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Ein Blick in die heiligen Hallen

Schon beim allerersten Blick auf das Gebäude und in den Eingangsbereich fällt auf: Man ist cool und legt Wert auf Lifestyle. Hinter dem typischen Berliner Entrepreneur und Onliner müssen sich die Sarden hier nicht verstecken – ganz im Gegenteil.

Das Gebäude ist ein Muster an zeitgemäßer Architektur, die Bögen, Gänge und das ganze Konzept lässt sofort die Hand eines Künstlers erahnen und dieser Eindruck verstärkt sich immer weiter. Vom lieblosen Betonklotz mancher Büroetagen in Deutschland ist das hier weit entfernt.

Allzu viele Leute wie ich scheinen sich dennoch nicht hierher zu verirren, ich werde durchaus neugierig gemustert. Aber: Man ist sehr nett, es fühlt sich keinen Moment unangenehm an. Die Räume des Opencampus wirken einladend, hier wird konzentriert gearbeitet, einzelne Freelancer und ganze Teams arbeiten an allem, was die digitale Welt nun einmal so hergibt. Im Programm des OpenCampus habe ich außerdem gesehen, dass die dort angebotenen Sessions auch SEO umfassen – und das auf dem allerneuesten Stand der Dinge. Außerdem spricht man hier auch Englisch; das ist in Italien schließlich keineswegs selbstverständlich.

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Startup im OpenCampus: Guide me right

Ich treffe bei meinem Rundgang auch auf die Gründer Luca Sini und Andrea Zanda der Plattform Guide me right und unterhalte mich ein wenig mit ihnen. Die Gründungsidee: Wer nach Italien kommt, sucht unterschiedlichste Zerstreuung, ob Wanderung, Klettertour, Kochkurs oder wonach das Herz auch immer steht. Ganz nach dem Prinzip andere Plattformen setzen die Gründer dabei auf private Initiative: Jeder kann hier sein Angebot einstellen. Interessierte Reisende können sich verabreden und so die Welt aus der Perspektive der Landesbewohner kennen Lernen.

Mir persönlich gefällt die Idee: Abschied vom touristischen Einheitsbrei. Vor Ort arbeiten sie mit einem ganzen Team. Auch mit SEO kennen sie sich aus, Tools wie SEMrush oder Site Analyzer und die gesamten Google Tools sind ihnen vertraut. Mit anderen Worten: Eigentlich ist hier alles fast wie bei uns. Bis auf die Umgebung eben. Arbeiten an einem der schönsten Orte in Europa ist letztlich doch etwas Besonderes.

Coworking an einem der schönsten Orte Europas

Wer will kann sich hier jederzeit einmieten. Ab einem Monat ist das möglich, die Preise sind moderat. Der Standort außerhalb Cagliaris erfordert meines Erachtens ein Auto – aber ohne Fahrzeug ist man auf Sardinien ohnehin schlecht bedient. Die Umgebung zu erkunden; das sollte man sich dabei nämlich auf keinen Fall entgehen lassen. Immerhin liegen in der näheren Umgebung einige der schönsten Strände Europas.

Aber auch Gebirgszüge für Hiking- oder Kletterfans, attraktive Surfspots, erstaunliche ehemalige Bergwerkswelten, schroffe Klippen oder eben die lebendige Hauptstadt Cagliari mit eigenen kilometerlangem Strand (im Bild oben) sind einfach attraktiv. Der Flughafen ist darüber hinaus auch nicht weit entfernt vom Standort. Ich überlege ernsthaft, mein eigenes Betätigungsfeld – SEO-Beratung und SEO-Consulting – einfach für eine Weile hierher zu verlegen.

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Um den Vorurteilen gleich entgegen zu wirken: Neben Annehmlichkeiten wie fließendem Wasser, Elektrizität einem sehr gut ausgebauten Mobilnetz, Einkaufszentren und Straßen gibt es hier auf der Insel fast Alles, was wir auch von zu Hause kennen.

Im Gegensatz zum italienischen Festland schätze ich hier aber vor allem Eines: Authentizität. Gerade der Süden der Insel ist “echt” und weit entfernt von den Hotelburgen des italienischen Festlandes oder der Mittelmeerküste Frankreichs. Nur in den Sommermonaten wird es voll – alle anderen Monate sind entspannt, man findet leicht einen Strand, an dem man fast alleine ist und auf einer Wandertour in den Bergen begegnet einem ohnehin so gut wie niemand. Von der guten Küche hier will ich Euch gar nicht erst vorschwärmen. Es kostet also etwas Disziplin, hier auch zu arbeiten. Wer es aber wagt, findet gute Voraussetzungen, ein Netzwerk unterschiedlichster Leute im Rahmen des Coworking und eine herrliche Umgebung. Ob Ihr nun SEO, Programmierer, Blogger, Webdesigner oder anderweitig in digitalen Welten unterwegs seid. Kontakt könnt Ihr über Facebook oder per E-Mail aufnehmen.

OpenCampus bei Facebook
Website OpenCampus

Fragen? Kommentiert diese gerne, ich kenne Sardinien gut und kann in den allermeisten Fällen Auskunft geben – Ihr könnt Euch auch auf meiner Seite Sardinien Inside umschauen – dort gibts es mehr Infos rund um Cagliari, die Gegend rund um Cagliari und Sardinien im Allgemeinen. Fragen rund um Tiscali oder den OpenCampus kann ich gerne weitergeben – ich tue mein Bestes, um Eure Fragen dazu zu beantworten.

Keyword Analyse – Einfach bessere Rankings erzielen

Gute Rankings erreicht man durch drei wesentliche übergeordnete Handlungsfelder: Relevanz einer Seite, technisch saubere Umsetzung und die richtige Verlinkung. Im Laufe der letzten Jahre ist die Relevanz einer Seite immer weiter in den Vordergrund gerückt. Der Grundstein jeder Arbeit an der Seitenrelevanz ist das Kennen der Keyword-Landschaft. Dabei habe ich mich schon lange vom bloßen Recherchieren verabschiedet. Tools sind wichtig, keine Frage – aber sie legen nicht alle Möglichkeiten auf den ersten Blick offen und zeigen auch keine Struktur. Die müsst Ihr selbst herausfinden und nutzen. Wie das geht? So:

Von Keyword-Listen zu Themen

Im Gegensatz zu simplen Listen mit Worten arbeite ich fast immer mit Keyword-Clustern. Es erleichtert die spätere Konzeption einer Seite. Im Vordergrund stehen Themen, nicht Worte. Wofür interessieren sich meine potentiellen Käufer oder Seitenbesucher? Welche Themen sind wichtig und welche sorgen vor allem dafür, dass ich meine Ziele erreichen kann? Ob Umsatz, Deckungsbeitrag oder anderes – im allerersten Schritt geht es darum, Seitenbesucher zu verstehen und ein Konzept zu erstellen, das genau deren Intention aufgreift.

Zuerst: Ideen und Mindmaps

Im ersten Schritt lassen sich die relevanten Themen, Worte und Suchkombinationen mit Hilfe von Kreativitätstechniken wie Brainstorming und Mindmaps erfassen. Ein simples 10 bis 15-minütiges Brainstorming zum Keyword ‘Kartoffel’ bringt schon eine ganze Reihe an Themen hervor, die sich dann in einer Mindmap gliedern lassen.

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Zum Auffinden von Begriffen gibt es diverse Wege. Eine gründliche Vorarbeit ist sinnvoll; nutzt deshalb eine große Bandbreite an Möglichkeiten:

  • Eigene Unterlagen und Quellen wie Beschreibungen von Herstellern, Kommentare in Foren oder auf Facebook beziehungsweise in anderen sozialen Medien oder Foren, Brainstormings im eigenen Unternehmen, Daten aus der internen Suche einer Seite und Auswertungen von Hotline-Themen oder Fragen und mehr.
  • Tools wie Ubersuggest, Openthesaurus, Metager Assoziator, Semager, Synonymfinder bei Woxikon oder beim Wortschatz der Uni Leipzig.
  • Weitere Tools, die Synomyme und verwandte Begriffe als Mindmap darstellen, finden sich bei Frag Caesar oder Wikimindmap. Wikimindmap sticht dabei heraus, weil sie die Mindmap als Download dann auch weiter entwickeln lässt.
  • Viele Profi-SEO-Tools ermöglichen die Abfrage von Wettbewerber-Keywords.
  • W-Fragen-Tools können ebenfalls helfen, Nutzerintentionen und eben vor allem häufige Fragestellungen zu verstehen.

Zum Auffinden von Keyword-Kombinationen hilft auch die Beantwortung einiger Fragen, die sich auf viele Bereiche anwenden lassen:

  • Welche Beschaffenheit hat es? gross, klein, bunt, durchsichtig, hell, komplex, einfach, schnell, gesund, stylish, trendy, fancy, bequem und so weiter.
  • Was kann man damit machen? kaufen, verkaufen, buchen, versichern, essen, trinken, kochen, braten, reinigen, betrachten, reparieren, austauschen und so weiter.
  • Welche Synonyme gibt es?
  • Welche Probleme oder Fragen tauchen im Zusammenhang mit einem bestimmten Thema regelmäßig auf?
  • Welchen übergeordneten Begriffen kann es zugeordnet werden?

Die richtigen Keywords: Short Head und Long Tail

Im nächsten Schritt geht es nun daran, unsere Erkenntnisse zu überprüfen und zu vertiefen. Dabei bietet sich die Unterscheidung in Short-Head-Keywords und Long Tail Keywords an. Während Rankings für Short-Head-Keywords oft schwerer erreichbar sind und eine eher geringe Conversion bringen, sind Long Tail Keywords meist mit einer verhältnismäßig hohen Conversion verbunden. In der Recherche lohnt es sich, beides zu betrachten. Denn: Mit einer ganzen Reihe an Long Tail Keywords lässt sich durchaus punkten.

Beispiel Short Head Keyword: Kartoffelsalat (Hohes Suchvolumen, hart umkämpft, Rankings insbesondere bei neuen Projekten nicht sofort erreichbar, Conversion in der Regel gering). Das Ergebnis ist eine Liste mit Keywords.

Beispiel Long Tail Keyword: Rezept Kartoffelsalat ohne Mayonaise (Niedriges Suchvolumen, weniger hart umkämpft, Rankings deutlich schneller erreichbar, Conversion in der Regel wesentlich höher als bei Short Head Keywords).

Welche Suchbegriffe, wie oft diese gesucht werden und welcher Anzeigenpreis dafür gilt, das findet Ihr mit diversen Tools heraus. Am wichtigsten ist aber wohl der Google Keyword Planner, für den ein Google Adwords Account gebraucht wird: Google Adwords Keyword Planner. Ausserdem kann Google Trends für die Analyse heran gezogen werden.

Weitere Tools für die Keyword-Analyse

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Keywords gruppieren und taggen: Gut strukturiert ist halb gewonnen

Wir haben nun alle erdenklichen Quellen abgegrast und unsere Keywords gefunden. Nur allzu oft werden diese dann in eine simple Liste gepackt und der Job damit als erledigt betrachtet. Ganz ehrlich: Das kann man auch anders sehen. Eine Strukturierung ist sinnvoll, denn sie hilft beim Einrichten von Tools und ergänzen von Tags oder Gruppierungen für Tools. So lassen sich etwa zusätzliche Informationen wie ‘Umsatztreiber’, ‘Conversionstark’, die Zuordnung zu einem übergeordneten Thema oder zu Verzeichnissen auf Eurer Seite besser abbilden und im weiteren Verlauf nachverfolgen.

Wer gut strukturiert, hat damit gleichzeitig die Vorgabe für eine Seitenstruktur auf dem Tisch und kann außerdem schnell nachvollziehen, in welchen Bereichen sich Ranking-Veränderungen ergeben und damit nützliche Erkenntnisse gewinnen, die dann in die laufende oder weitere Optimierung einfließen sollten.

Keywords und Suchvolumen sind noch lange nicht Alles

Gut strukturiert ist halb gewonnen. Aber eben nur halb. Am Ende geht es aber darum, Geld zu verdienen. Das Suchvolumen für ein Keyword-Set, das wir recherchiert haben, macht genau darüber nicht zwangsläufig eine Aussage. Wer es also jetzt noch schafft, unternehmensinterne Daten wie Umsatz, Deckungsbeitrag oder andere Zielgrößen zuzuordnen, hat die Zielgerade vollständig erreicht. Wie das geht, lest Ihr in meinem Beitrag auf t3n: SEO – Kosten kalkulieren.

Fragen? Selbst keine Zeit dafür oder es ist doch nicht so einfach? Meldet Euch. Meine Kontaktdaten finden sich auf der Startseite.

SEO-Beratung – Von schwarzen Schafen und Könnern

Es ist wohl kein echtes Geheimnis, dass im SEO-Umfeld zahlreiche schwarze Schafe zu finden sind. Nicht überall, wo SEO drauf steht, ist auch wirklich SEO drin. Auch wenn man in einigen Details unterschiedlicher Auffassung sein kann – bei engerer Zusammenarbeit oder Sichtung von Unterlagen wird schnell deutlich, ob man es wirklich mit einem Profi zu tun hat oder nicht.

Doch wie erkennt man die Mogelpackung im SEO-Consulting oder der SEO-Beratung eigentlich, wenn man selbst kein Profi ist, der das beurteilen kann? Einfach ist es nicht. Aber im Laufe der Jahre haben sich ganz bestimmte Vorgehensweisen etabliert, die auf unseriöse Anbieter schließen lassen. Eine kleine Typisierung hilft:

Der Hobbyist

Der Hobby-SEO ist ein ganz eigentümlicher Vertreter. Er liebt Sätze wie ‘Ich mach auch SEO’ oder ‘Mit SEO kenn ich mich auch aus’. Das Ganze wird gerne auch begleitet von Nebensätzen wie ‘So schwierig ist das doch nicht.’ Meist ist er eigentlich mit anderen Aufgaben wie SEA (Anzeigenschaltung auf Google) oder dem Webdesign beschäftigt, und wendet ganz erstaunlicherweise maximal 10% seiner Zeit für SEO auf.

An Weisheiten und Halbwahrheiten spart er in der Regel nicht. Er verteilt sie großzügig, egal ob man sie hören will oder nicht. Eigentlich hat er auf Alles sofort eine Antwort; oft auch ohne das Problem oder Thema auch nur einmal aus der Nähe betrachtet zu haben. Merke: Es gibt keine Patentlösung für einen gelungenen Webauftritt. Wer in Meetings stets schlau daher redet und selbst beim Absturz einer Seite ohne vorherige Analyse sofort aus der Hüfte schießt, sollte mit Vorsicht genossen werden.

Der SEO-Lefty

Erinnert Ihr Euch an den Schlemihl aus der Sesamstraße? In der englischen Sprache heißt er Lefty, das passt gleich viel besser zum Sprachgebrauch im SEO-Umfeld. Und Lefty hat ebenfalls nutzlose Dinge für Euch im Mantel: Links. Je schmutziger, desto besser. Meist aus selbst gebastelten Seiten, die niemals ein echter Seitenbesucher zu Gesicht bekommt.


Der geheimnisvolle Link, den selbstredend nur er im Angebot hat, preist er geheimnistuerisch wie ein Drogendealer als Antwort auf alle Fragen an. Wir haben ein Problem? Hey … pssssst …. ich hab hier eine Flasche mit heißer Luft … die brauchst Du unbedingt. Wer will greift zu. Wirkt auch fast genauso wie Drogen, erst high und dann low. Wenn das Hoch gut genug war, könnt Ihr Lefty wieder antexten, er hat sicher Nachschub für Euch. Dass es kein weiteres High geben wird, ist ihm egal, solange er nur heiße Luft mit barer Münze austauschen kann.

Der Nebelbombenwerfer

Mit Nebelbomben in allen Farben und unterschiedlicher Rauchdichte im Gepäck reist der Vernebler oft eine ganze Weile recht gut. Seine Kollegen oder Kunden leiden derweil gesammelt an ganz erstaunlichen Wahrnehmungsstörungen. Sie wissen selbst nach wenigen Sätzen und in ganz einfachen Fällen nicht, was ihr Gesprächspartner zum Ausdruck bringen wollte. Sein Publikum ist selbstverständlich einfach zu unwissend, um seine Genialität zu verstehen … das dürfte wohl klar sein.

Der Toolfetischist

Eine spezifische Unterart des Nebelbombenwerfers findet sich im Toolfetischisten.  Gerne verbringt er seine Zeit damit, bunte Bilder und Analysedaten aus den unterschiedlichsten Tools in rasender Geschwindigkeit zu durchforsten und diese vorzugsweise ohne sinnvolle Erklärung in Mails oder Ticketsysteme zu verpacken. Das Problem wird dabei meist nicht erklärt; vielmehr findet sich eine nicht nachvollziehbare Problembeschreibung, die mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Auf der betreffenden Seite oder bei Entwicklern und Redakteuren macht er sich unterdessen meist verdächtig rar.

Als SEOs sind wir eigentlich gefordert, mögliche Lösungswege aufzuzeigen. Das tangiert unseren Freund hier aber eben nur am Rande. Vorsicht ist allemal geboten, denn wer nach Lösungen fragt, wird meist mit noch mehr Verwirrung belohnt.

SEO-Romeo

Wir kommen nun zu den schwärzesten Schafen der Branche. Der Mund – und natürlich auch die Website – sind hier voll süsslicher Versprechen: Wir bringen Dich auf Platz 1, garantiert. Und wenn das nicht so richtig läuft, verspricht er umgehend noch mehr Bemühungen im Kampf um die heiß ersehnte Top 3 Platzierung. Auf Fragen wie “welche nachweisbaren Erfolge gab es denn?” kommen in der Regel Anworten wie “Aber Herr Müller-Lüdenscheid … DARÜBER müssen wir jetzt doch wirklich nicht diskutieren. Sie haben doch eine wundervolle Seite, damit muss man einfach Rankings erzielen.”

Unentwegt säuselt er dem Kunden “Oh SEO mio …” ins Ohr und lenkt damit gekonnt vom eigentlichen Thema ab. Über fachliche Dinge spricht er übrigens nicht wirklich gerne. Als ob es eine zertifizierte SEO-Zusammenarbeit mit Google gäbe, zeigt SEO-Romeo auch gerne diverse Logos vor, die für andere Dinge vergeben wurden.

Das schwärzeste aller Schafe

Das schwärzeste aller Schafe in der SEO-Beratung braucht nicht viele Worte. Wenn sich die Typisierungen durchmischen und am Ende kaum noch oder gar keine ernsthafte Arbeit an einem tauglichen Webauftritt bleibt, wird es wirklich SEHR ernst.

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Zum Glück sind nicht Alle so

Wenn jetzt der Eindruck entstanden ist, dass die SEO-Welt aus lauter dunklen Gestalten besteht, kann ich Euch beruhigen. Es gibt ganz großartige SEOs, die einen tollen Job machen und genau wissen, wovon sie reden. Lernt zuzuhören. Wer Euch ‘spanisch’ vorkommt, etwa weil die Person einer Antwort ausweicht, Euch mit angeblichen Zertifikaten und unhaltbaren Versprechungen locken will oder wer widersprüchliche Informationen heraus gibt, sollte mit Vorsicht genossen werden. Es gibt keine Garantie für den Erfolg und der Kauf von Links ist schon lange keine Option für eine seriöse Vorgehensweise mehr.

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SEO CAMPIXX 2016 Recap

Von meinem Zuhause in Berlin-Mitte habe ich es nicht allzu weit bis zum Müggelsee – dem Ort alljährlichen Geschehens. Es ist Samstag, so etwa zwischen 9 und 10 Uhr, das Wetter grau und kalt. Im riesigen ‘Darkroom’ der Begrüßung entdecke ich nach und nach bekannte Gesichter, ein eindrucksvoller Auftakt zur SEO CAMPIXX 2016 vertreibt erstaunlich schnell das Bedürfnis nach Schlaf, versetzt in gute Stimmung und macht vor allem Laune auf mehr. Wer es schafft, mich am Wochenende um diese Uhrzeit zu motivieren, hat definitiv einen herausragenden Job gemacht.

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Das ‘mehr’ lässt dann auch nicht lange auf sich warten. Entlang der verwinkelten Gänge im Hotel Müggelsee treffe ich viele bekannte Gesichter und entscheide mich für die Session von Jan Modlich (Otto.de). Ob das zu dieser Tageszeit eine gute Idee war, sei dahin gestellt, denn es wird anspruchsvoll. Interessant sind aber dennoch einige Ansätze, wie man bei Otto den Kraken als SEO im Griff behält. Ein Anfänger-Job ist das garantiert nicht; ohne Tools und möglichst viel Automatisierung geht gar nichts bei einem so großen Online-Auftritt, der sich ständig verändert. Respekt also vor den SEO-Verantwortlichen bei Otto.

Die nächste Runde geht an Stefan Godulla (CTS Media GmbH). SEO als Geschäftsmodell; das interessiert mich. Im Groben und Ganzen stimme ich den Aussagen in der Session zu und nehme mir ganz fest vor, einige der vorgeschlagenen Tools näher unter die Lupe zu nehmen. Aus dem Vorsatz ist bisher noch nichts geworden, aber auch dafür wird sich irgendwann der passende Moment finden. Wer will, findet einige Hinweise im folgenden Bild – auch wenn dieses nur einen kleinen Teil der Gesamtpräsentation zeigt.

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Außerordentlich interessant wurde es auch im Zuge der beiden Sessions mit Kai Spriestersbach. Machine Learning, künstliche Intelligenz, neuronale Netze sind sein Thema. Im Gegensatz zum bisherigen Algorithmus, dessen Logik von Menschenhand programmiert wird, lernt Googles RankBrain selbsttätig und ‘versteht’ Suchanfragen. Auch wenn das noch nicht immer richtig funktioniert: Bei einigen Suchanfragen lässt sich der Einsatz der Technologie schon jetzt nachvollziehen.

Spannend finde ich vor allem, wie nahe das Machine Learning an den Lernprozessen im menschlichen Gehirn ist. Ich mache mir so meine Gedanken, denn auch in meiner eigenen Session geht es ums Lernen – aber durch Menschen. Die Erkenntnis, wie weit die Entwicklung künstlicher Intelligenz tatsächlich fortgeschritten ist, wird auf diesem Hintergrund noch ein wenig erschreckender und gleichzeitig faszinierender. Ich denke, Kai wird wohl mit der folgenden Einschätzung recht behalten. Mit der Thematik sollte sich Jeder beschäftigten, denn sie wird zukünftig Teile unseres Lebens mitbestimmen.

Kai Spriestersbach (SEARCH ONE): “Machine Learning und künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren in immer mehr Bereichen unseres Lebens Einzug halten. Das wird sich auch auf den Bereich SEO nachhaltig auswirken.”

Das Networking gehört unbedingt mit dazu auf der SEO CAMPIXX. Schon am Morgen haben wir uns ‘vernetzt’ und was auf den ersten Blick chaotisch aussieht, repräsentiert eindrucksvoll den Geist des Events. Deshalb gebe auch ich mich ausgiebig den Gesprächen mit alten und neuen Kontakten hin – die Pausen und das Essen bieten genau den richtigen Rahmen dafür.

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Am Sonntag entschließe ich mich, den Ausführungen von O. Seydel, J. Lavrov und B. Wagner (Zeit Online) zu lauschen. Rund um das Wissensmanagement (Alle zu SEOs machen) und Prozesse im Unternehmen fühle ich mich gut aufgehoben; die Erfahrungen stimmen weitestgehend mit meinen eigenen überein. Auch hier finde ich Lösungsansätze und gedankliche Anstöße, die mich in neue Richtungen denken lasse. Das Team von Zeit Online macht einen guten Job … es ist schließlich nicht einfach, die Themen rund um die Suchmaschinenoptimierung in den Köpfen einer großen Redaktion zu etablieren.

Meine eigene Session beschäftigt sich mit ähnlichen Fragestellungen. Wie können wir SEO in einer großen Organisation integrieren? Wie kommunizieren wir SEO? Es geht um Partizipation, organisationales Lernen und dessen Grenzen, um die Organisation und Prozesse. Und weil das so fürchterlich abstrakte Begriffe sind, geht es genau darum … diese begreifbar und veränderbar zu machen. Der entstehende Dialog schafft Erweiterungen des Blickes und mehr kann man sich wohl kaum wünschen.

Bevor die SEO CAMPIXX 2016 zu Ende geht, ist auch noch Tobias Schwarz an der Reihe. Vor großem Publikum spricht er über die Möglichkeiten seines Tools und den Wert einer zielgerichteten internen Verlinkung. Tatsächlich macht seine Darbietung sehr neugierig auf Audisto und einige neu gebaute Features. Inhaltlich kann ich ihm ohnehin nur zustimmen:

Klare Botschaft von Tobias Schwarz (Audisto): “Baut nutzbare Strukturen.”

Während ich in den Räumen am Müggelsee zuhöre, verpasse ich gleichzeitig viele andere Themen, die geboten werden. Die Sache mit dem “In-Scheiben-Schneiden” hat aber noch nie funktioniert, also merke ich mir das eine oder andere Thema vor, um mich bei Gelegenheit direkt zu informieren oder ein wenig darüber zu lesen.

Neben den Sessions haben sich vor allem tolle Gespräche ergeben. Angesichts der vielen Menschen habe ich sogar den einen oder anderen nur aus dem Augenwinkel vorbei huschen sehen; über andere war ich überrascht – etwa einige Gesichter aus München, die ich schon länger nicht gesehen habe. Alles in Allem: Es war super, ich habe viel mitgenommen und an dieser Stelle ist es dann auch an der Zeit für ein fettes ‘Danke’ an Marco Janck und sein Team (SUMAGO), die das Ganze so großartig auf die Füße gestellt haben.

Hier findet Ihr noch weitere Recaps:

Nico Zorn – Netzkern
Christoph Szepanski – Blurithmics
CTS Media GmbH – Stefan Godulla
Lars Burkhardt – Ebay Kleinanzeigen
E-fee – Sonja Kraus
Tobias Schwarz – Audisto
Lunapark
Search One – Kai Spriestersbach

Wer auch noch mit in die Liste will, meldet sich gerne bei mir.

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